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Zeitschrift für Neues Testament im Internet  


Heft 11 (Themenheft)
Ethik

Nr. 11 / 6. Jahrgang / 2003

 

In Heft 11 sind aktuelle Beiträge zum Thema »Ethik« zu finden. Die Beiträge dieses Themenhefts informieren über verschiedene Aspekte des Verhältnisses von Bibel und Ethik. In der Rubrik »Neues Testament aktuell« betrachtet Werner Zager »Neutestamentliche Ethik im Spiegel der Forschung«. seinen Überblick über die relevanten Gesamtdarstellungen der letzten dreißig Jahre bündelt er in einer Thesenreihe zu Einheit und Vielfalt neutestamentlicher Ethik. Dem in diesen Tagen wachsender Kriegsgefahr besonders beachtenswerten Bereich der Friedensethik wenden sich Klaus Wengst und Daniel Krochmalnik zu. Ihre Beiträge gehen zurück auf eine interreligiöse Tagung zum Thema »Frieden stiften«, die im Frühjahr 2003 in Bonn stattfand. Klaus Wengst zeigt, dass der zentrale Inhalt der christlichen Verkündigung – das Zeugnis von Tod und Auferstehung Jesu – mit völlig gegensätzlichen Friedensvorstellungen (Pax Romana/Friede Jesu Christi) verbunden ist, und Daniel Krochmalnik skizziert, wie aus jüdischer Sicht das Phänomen des »Gotteskrieges« in der hebräischen Bibel zu verstehen und zu beurteilen ist. Der Grundfrage jeder biblischen Hermeneutik, wie Beziehungen zwischen den alten Texten und der aktuellen Situation herzustellen sind, geht Renate Kirchhoff im Blick auf die Verwendung biblischer Texte im ethischen Kontext nach. Sie plädiert gegenüber einer Hermeneutik des Einverständnisses, die biblische Texte als gegebene Autoritäten versteht, für ein Verständnis der Texte als Problemlösungsmodelle, das auch abgrenzende Bezugnahmen erlaubt.
In der Kontroverse behandeln Reinhard Feldmeier und Ulrich Luz die in der politisch-ethischen Debatte häufig und kontrovers diskutierte Frage, ob die Bergpredigt als politisches Programm tauge oder aber eine lebensferne Utopie darstelle. So einmütig beide »Kontrahenten« diese Alternative als nicht sachgerecht ablehnen, so unterschiedlich sind die Schwerpunkte, die sie in ihrem Blick auf die Bergpredigt setzen: Während Reinhard Feldmeier den Gedanken der Allmacht Gottes ins Zentrum rückt, sieht Ulrich Luz den wichtigsten Schlüssel zur Deutung der Bergpredigt in der Christologie. Stefan Alkier geht in seinem Beitrag in der Rubrik »Hermeneutik und Vermittlung« von der These aus, dass die Auslegung biblischer Texte nicht nur ein hermeneutisches, sondern auch ein ethisches Problem darstellt, da die zugrunde liegende Frage, wie wir mit Fremdem umgehen eine eminent ethische ist. Er plädiert für eine Textsemiotik, die es erlaubt Wahrheit im Plural zu denken. In der Rubrik »Buchreport« wird das Buch »Die Bergpredigt und ihre Rezeption als kurze Darstellung des Christentums« von Martin Stiewe und François Vouga besprochen. Kristina Dronsch stellt ihren Versuch, neutestamentliche Theologie am Schnittpunkt von Exegese und Kirchengeschichte wahrzunehmen, vor
Neues Testament aktuell

Werner Zager, Neutestamentliche Ethik im Spiegel der Forschung

Zum Thema
Klaus Wengst, Frieden stiften. Impulse des Neuen Testaments
Daniel Krochmalnik, Vom Gotteskrieg in der hebräischen Bibel
Renate Kirchhoff, Ethik in der Bibel - Bibel in der Ethik: Über die Verwendung biblischer Texte im ethischen Kontext
Kontroverse
(eingleitet von Kurt Erlemann)

Ulrich Luz, Die Bergpredigt - politisches Programm oder lebensferne Utopie?

versus

Reinhard Feldmeier, Die Alternative des Allmächtigen - Gottes Herrschaft und menschliches Handeln in der Bergpredigt

Hermeneutik und Vermittlung
Stefan Alkier, Fremdes verstehen - Überlegungen auf dem Weg zu einer Ethik der Interpretation biblischer Schriften. Eine Antwort an Laurence L. Welborn
Buchreport

Kristina Dronsch rezensiert Martin Stiewe / Francois Vouga, Die Bergpredigt und ihre Rezeption als kurze Darstellung des Christentums

 


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